Stärkung der Zivilgesellschaft

Um einen nachhaltigen sozio-politischen Wandel herbeizuführen, bedarf es einer starken Zivilgesellschaft, die ihre Anliegen und Ideen artikuliert und in die politischen Entscheidungsprozesse einfließen lassen kann. Denn meist sind es doch die zivilgesellschaftlichen AkteurInnen selbst, die unmittelbar von Problemen in ihrer Gemeinde, Stadt oder ihrem Land betroffen sind und sich für eine Lösung auf der nächsthöheren politischen Ebene einsetzen. Bis dato unbeachtete Bedürfnisse und Interessen werden durch SprecherInnen der Zivilgesellschaft vertreten und auf die politische Agenda gesetzt und neue, innovative Lösungsansätze entwickelt.

Unsere Partnerländer befinden sich oftmals in zukunftsweisenden Phasen des Umbruchs, in denen besonders die jüngeren BürgerInnen für eine lebenswertere und gerechtere Gesellschaft kämpfen. Die Projekte von GPP unterstützen die Zivilgesellschaft dabei, ihre Stimme hörbar zu machen und ihre innovativen Ideen im Austausch mit Deutschland in den Zielländern voranzutreiben. So rief GPP beispielsweise zwei Dialogforen zwischen Deutschland und Ägypten zu sozial und politisch relevanten Themen ins Leben, nachdem das Land von der Revolution erfasst wurde.

Auch Tunesien befindet sich im Umbruch. Nach der Jasminrevolution im Jahr 2011 muss sich das Land politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich neu erfinden. Wichtige Debatten über die Zukunft Tunesiens werden dabei von zivilgesellschaftlichen AkteurInnen angestoßen und müssen auf höherer Ebene in der Politik und Wirtschaft Gehör finden. Mit dem Projekt #jobsfortunisia – Putting economy in the centre of national dialogue to serve democracy, hat der tunesische Think Tank Maghreb Economic Forum (MEF) gemeinsam mit GPP eine Plattform kreiiert, um eine kritische Debatte mit relevanten AkteurInnen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über die Zukunft Tunesiens anzustoßen.

Die Ukraine-Krise trifft besonders die junge Generation des Landes und die Verdrossenheit über das politische Geschehen veranlasst viele zur Auswanderung. Das Projekt „Daway sminy“ möchte dieser Tendenz etwas entgegensetzen und die vorhandenen Potenziale der ukrainischen Jugend fördern. So unterstützt GPP junge UkrainerInnen aus ländlichen Gebieten fernab der etablierten Zivilgesellschaft dabei, geeignete Kanäle und Formen zur Artikulation ihrer gesellschaftspolitischen Anliegen zu finden. In einer Workshop-Reihe bilden sie sich über Methoden und Möglichkeiten der öffentlichen Einflussnahme (public advocacy) weiter, um Problemlösungsprozesse in kleinere Gemeinden anzustoßen. Dabei verfolgt das Projekt einen flächendeckenden Ansatz: gestartet hat GPP 2018 im Osten und Süden der Ukraine, die Fortführung erfolgte 2019 in der Zentralukraine und für 2020 sollen das Ziel die West- und Nordukraine sein.

Wie förderlich der gegenseitige Austausch zwischen Deutschland und der Ukraine ist, zeigte außerdem die im September 2018 in Lemberg durchgeführte Konferenz „Saubere Umwelt – Gesundes Leben. Deutsche Erfahrungen aus der Abfallwirtschaft. Empfehlungen für die Ukraine“. Unter Einbezug aller relevanten Stakeholder aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, diskutierten mehr als hundert TeilnehmerInnen gemeinsam mit deutschen ExpertInnen Modelle einer nachhaltigen Abfallwirtschaft, und erarbeiteten in Kleingruppen Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen für die Reformierung des ukrainischen Abfallsystems.

Auch in Tunesien setzte sich GPP im Jahr 2018 für die Stärkung der Zivilgesellschaft in den Regionen Kef und Tataouine ein, die fernab vom politischen Zentrum in Tunis nur erschwert die Möglichkeit haben, Einfluss auf die Tagesordnung zu nehmen. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen Association Femme et Citoyenneté (AFC) und dem Hilfswerk International (HWI) wurden für tunesische BürgerInnen verschiedene Veranstaltungen durchgeführt, die ihnen das notwendige Handwerk zur stärkeren Beteiligung an politischen Prozessen vermittelten: Workshops zur Förderung der politischen Teilhabe von Frauen, Trainings für lokale MedienmacherInnen und InfluencerInnen, ein Graffitiworkshop und -Festival für die Einbindung der Jugend, sowie Maßnahmen zur Professionalisierung der lokalen zivilgesellschaftlichen Institutionen. Des Weiteren fanden Trainings für die lokalen Verwaltungen und EntscheidungsträgerInnen statt, um diese dabei zu unterstützten, stärker auf die Anliegen und Bedürfnisse der Menschen in ihren Regionen einzugehen.

 



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